Inventur & Bewirtschaftung · Wissen und Praxis

FAO: Wie Länder KI im Waldmonitoring einsetzen und wo die Grenzen liegen

Kurz gesagt

Ein FAO-Beitrag vom Februar 2026 ordnet Anwendungen von KI in der nationalen Waldüberwachung ein, von Risikoanalysen über Chatbots bis zur Waldstruktur aus LiDAR und Sentinel-2, und nennt Voraussetzungen und Vorsichtsmaßnahmen.

Lärchen- und Zirbenwald im Val Morteratsch, Graubünden

Symbolbild · Foto: Ximonic (Simo Räsänen) · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

ÜBERBLICK · WALDMONITORING · GLOBAL

Steckbrief

Initiator
FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen), Forest Monitoring; Autorenteam um Pilar Valbuena, Victoria O’Brien, Till Neeff, Erik Lindquist und Andreas Vollrath
Anwendungsbereich
Inventur & Bewirtschaftung
Technologie
Übersicht über KI-Anwendungen: Open Foris Whisp und EarthMap, GIZ-Chatbot für Geodaten, ForestMap (LiDAR, Sentinel-2 und KI)
Reifegrad
Übersichtsbeitrag zu Anwendungen unterschiedlichen Reifegrads, kein einzelnes Produkt
Region
Global
Datenbasis
Satellitendaten, LiDAR, Waldinventurpunkte, Feldverifikation
Verfügbarkeit
Blogbeitrag der FAO vom 6. Februar 2026, frei lesbar

Wer KI im Wald einsetzen will, braucht mehr als einen Algorithmus. Der FAO-Beitrag fasst zusammen, was in der Praxis der nationalen Waldüberwachung funktioniert.

Die Herausforderung

Länder müssen Waldverlust, Waldstruktur und Entwaldungsrisiken belegbar berichten. Das bindet viel Arbeitszeit und setzt Fachwissen voraus, das nicht überall vorhanden ist.

Funktionsweise

Der Beitrag nennt drei Einsatzfelder. KI automatisiert aufwendige Arbeitsschritte, etwa nachvollziehbare Risikoanalysen mit Open Foris Whisp und EarthMap. Sie macht Ergebnisse zugänglich, zum Beispiel über einen GIZ-Chatbot, der Geodaten auswertet und Waldverlustrisiken erklärt. Und sie wertet komplexe Datensätze aus, wie ForestMap, das LiDAR und Sentinel-2 für Volumen, Biomasse und Waldstruktur kombiniert. Als Beispiele für integrierte Systeme nennt die FAO die Plattform SIMONTANA in Indonesien und die Überwachungssysteme PRODES und DETER in Brasilien.

Konkreter Nutzen für die Praxis

Die FAO nennt vier Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz: verfügbare und offene Daten, strukturierte Datenhaltung sowie Kapazitäten und Regeln der Zuständigkeit in den Institutionen. Als Beispiel gilt Spanien, wo offene LiDAR-Daten und das Nationale Forstinventar die Gründung privater Unternehmen fördern. Für Tirol ist das die Frage, ob vorhandene Daten so organisiert sind, dass KI darauf aufsetzen kann.

Grenzen und Herausforderungen

Die FAO warnt, dass aus LiDAR und KI abgeleitete Waldkennzahlen nur dann verlässlich sind, wenn sie auf sauberen Feldprotokollen beruhen. Probleme bereiten weiterhin die Kalibrierung von Sensoren und die Zusammenführung von Daten. Zentral sei nicht die schnellere Verbreitung von KI, sondern dass ihr Einsatz die nationale Souveränität stärkt.

Ansprechpartner und weiterführende Links

FAO Forest Monitoring.

Quelle: FAO: Artificial intelligence in forest monitoring, uses, applications, adoption and precautions

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