Schadenserkennung & Katastrophenschutz · Wissen und Praxis

Radar statt Wolkenlücke: Sturmschäden mit Sentinel-1 erkennen

Kurz gesagt

Die WSL entwickelt ein Monitoring, das Waldstörungen mit Radardaten wetterunabhängig und in kurzen Abständen erfassen soll.

Umgeworfene Bäume an einem Berghang nach dem Sturm im Oktober 2018 in Friaul

Foto: Naturpuur · Bildquelle · CC BY 4.0

FERNERKUNDUNG · WALDSCHUTZ · SCHWEIZ

Steckbrief

Initiator
Eidgenössische Forschungsanstalt WSL, Birmensdorf
Anwendungsbereich
Schadenserkennung & Katastrophenschutz
Technologie
Radar-Zeitreihen (Sentinel-1 SAR) auf Bestandesebene
Reifegrad
Forschung (Laufzeit 2023 bis 2025)
Region
DACH-Raum, Alpin / Hochgebirge
Datenbasis
Sentinel-1, Aufnahme mindestens alle drei Tage
Verfügbarkeit
Forschungsprojekt, Copernicus-Daten frei verfügbar

Nach einem Sturm zählt jede Woche: Schadholz muss erfasst, Folgeschäden durch Borkenkäfer begrenzt werden. Optische Satelliten stoßen dabei an eine einfache Grenze – Wolken. Nach dem Wintersturm Burglind im Januar 2018 gab es laut Eidgenössischer Forschungsanstalt WSL rund drei Monate lang keine verwertbaren optischen Aufnahmen.

Radar sieht durch die Wolkendecke

Das WSL-Projekt setzt deshalb auf Radardaten der Copernicus-Mission Sentinel-1. Diese sind unabhängig von Bewölkung und Tageslicht und stehen mindestens alle drei Tage zur Verfügung. Über Zeitreihen auf Bestandesebene sollen störungsbedingte Veränderungen im Wald erkannt werden.

Untersucht wird auch, wie schnell verschiedene Störungstypen im Radarsignal sichtbar werden und auf welcher räumlichen Skala eine Erkennung verlässlich ist. Das Projekt lief von 2023 bis 2025.

Einordnung

Radar und optische Daten ergänzen einander: Radar liefert frühe Hinweise, optische Bilder und Begehungen helfen bei der genaueren Einschätzung. Für den Alpenraum mit häufiger Bewölkung ist diese Kombination besonders interessant.

Quelle: WSL: Satellitengestützte Erfassung von Störungen im Wald

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