Foto: Naturpuur · Bildquelle · CC BY-SA 4.0
WALDSCHUTZ · FERNERKUNDUNG · TIROL / KÄRNTEN
Steckbrief
- Initiator
- Bundesforschungszentrum für Wald (BFW)
- Anwendungsbereich
- Schadenserkennung & Katastrophenschutz, Schutzwald
- Technologie
- Sentinel-2-Zeitreihen, Vegetationsindizes, Phänologie-Modell
- Reifegrad
- Forschung (Methode, jährlich aktualisierbar)
- Region
- DACH-Raum, Alpin / Hochgebirge (Osttirol, Oberkärnten)
- Datenbasis
- Sentinel-2, 10-Meter-Raster, Zeitreihe seit 2016
- Verfügbarkeit
- Veröffentlichte Methode und Ergebnisse (Fachartikel)
Das Sturmtief Vaia traf im Oktober 2018 große Waldflächen im Südalpenraum. In den folgenden Jahren kamen Schneebruch und Borkenkäferbefall hinzu. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) hat diese Schadkette für die Bezirke Osttirol und Oberkärnten mit Satellitendaten nachgezeichnet.
Rund 400 Millionen Waldpixel automatisch ausgewertet
Grundlage sind optische Aufnahmen der Sentinel-2-Satelliten, die seit 2016 zur Verfügung stehen. Aus ihnen berechnet das BFW Vegetationsindizes. Ein Phänologie-Modell trennt den normalen Jahresgang der Vegetation von abrupten Veränderungen, die auf Schäden hinweisen. Ausgewertet wurden rund 400 Millionen Waldpixel mit je 10 × 10 Metern.
So lassen sich die Schäden zeitlich zuordnen: Sturm 2018, Schneebruch 2019 und 2020, Borkenkäfer 2021. Laut BFW waren von rund 25.000 Hektar geschädigter Fläche etwa 6.700 Hektar Schutzwald.
Was das für die Praxis bedeutet
Die Methode liefert eine rasche und vergleichsweise kostengünstige Übersicht über große und schwer zugängliche Gebiete. Sie ersetzt die Beurteilung vor Ort nicht, kann aber helfen, Wiederbewaldung und Schutzmaßnahmen dort zu priorisieren, wo der Schutzwald am stärksten betroffen ist.
Quelle: waldwissen.net / BFW: Satellitenbildauswertungen in der Zeit nach „Vaia“