Inventur & Bewirtschaftung · Wissen und Praxis

KIHBA: Künstliche Intelligenz erkennt Baumarten im Luftbild

Kurz gesagt

Ein U-Net-Modell der LWF klassifiziert Buche, Eiche, Fichte und Kiefer auf Einzelbaumebene aus Orthophotos mit 20 Zentimetern Auflösung.

Dichter Wald aus der Luft aufgenommen

Foto: Geran de Klerk · Wikimedia Commons · CC0 1.0

KI · FERNERKUNDUNG · BAYERN

Steckbrief

Initiator
LWF Bayern mit IABG mbH
Anwendungsbereich
Inventur & Bewirtschaftung
Technologie
Neuronales Netz (U-Net) zur Einzelbaum-Klassifizierung
Reifegrad
Forschung (seit Ende 2022)
Region
DACH-Raum
Datenbasis
True-Orthophotos 0,2 m (RGB und nahes Infrarot), Oberflächenmodell, rund 97.000 Referenzbäume
Verfügbarkeit
Forschungsprojekt, kein Produkt

Welche Baumart steht wo? Diese Grundinformation brauchen Waldbau, Waldschutz und Inventur gleichermaßen. Im Projekt KIHBA („Künstliche Intelligenz für hochaufgelöste Baumartenerkennung“) arbeiten die LWF Bayern und die IABG mbH seit Ende 2022 an einer automatisierten Klassifizierung auf Einzelbaumebene.

Luftbilder, Höhenmodell und ein neuronales Netz

Grundlage sind digitale True-Orthophotos der bayerischen Vermessungsverwaltung mit 0,2 Metern Auflösung und vier Kanälen – Rot, Grün, Blau und nahes Infrarot. Sie werden alle zwei Jahre aktualisiert. Ein normalisiertes Oberflächenmodell ergänzt die Höheninformation.

Als Modell dient ein U-Net, ein Verfahren der semantischen Segmentierung. Trainiert wurde es mit rund 97.000 gesicherten Baumpunkten aus 809 Traktecken der Waldinventur.

Stärken und Grenzen

Für zusammengefasste Klassen erreichte das Modell F1-Werte von 0,83 für Laubholz, 0,77 für Kiefer und 0,76 für Fichte und übriges Nadelholz. Einzelne Laubbaumarten sind schwieriger: Für die Eiche lag der Wert nur bei 0,21. Die Ergebnisse zeigen, wie leistungsfähig KI bei häufigen Klassen bereits ist – und wo Fachwissen und Stichproben vor Ort unverzichtbar bleiben.

Quelle: LWF: KIHBA – Mit künstlicher Intelligenz Baumarten erkennen

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