Schadenserkennung & Katastrophenschutz · Wissen und Praxis

SmartForestFire: KI-Kameras und Funksensoren erkennen Rauch im Wald

Kurz gesagt

Fraunhofer IIS und IML testen bei Erlangen ein Frühwarnsystem aus Rauchkameras mit KI, Temperatur- und Feuchtesensoren und Funk über mioty. Bis Ende 2026 soll es rund 200 Quadratkilometer abdecken.

SCHADENSERKENNUNG · WALDBRAND · DEUTSCHLAND

Steckbrief

Initiator
Fraunhofer IIS und Fraunhofer IML, mit Feuerwehr Landkreis Erlangen-Höchstadt, Amt für Brand- und Katastrophenschutz Erlangen und Integrierter Leitstelle Nürnberg
Anwendungsbereich
Schadenserkennung & Katastrophenschutz
Technologie
KI-Kameras zur Rauchdetektion, Sensoren für Temperatur und Feuchte, Funkübertragung mit mioty®, zentrale Datenplattform
Reifegrad
Pilotprojekt (Laufzeit Februar bis November 2026)
Region
DACH-Raum (Pilotgebiet Tennenloher Forst bei Erlangen)
Datenbasis
Kamerabilder, Temperatur- und Feuchtemesswerte
Verfügbarkeit
Forschungsprojekt, gefördert vom Fraunhofer Cluster for Cognitive Technologies (CCIT)

Ein Waldbrand lässt sich am leichtesten löschen, solange er klein ist. Das Fraunhofer-Projekt setzt deshalb auf die Erkennung der ersten Rauchzeichen.

Die Herausforderung

Trockene Sommer erhöhen die Waldbrandgefahr auch nördlich der Alpen. Entdeckt wird ein Feuer bisher oft erst, wenn jemand es meldet, und dann ist wertvolle Zeit verstrichen.

Funktionsweise

Kameras mit KI suchen im Bild nach Rauch. Zusätzliche Sensoren messen Temperatur und Feuchte als Hinweis auf die Gefahrenlage. Die Daten gehen per mioty®, einem energiesparenden Funkstandard mit großer Reichweite, an eine zentrale Plattform. Dort entsteht ein Lagebild für Feuerwehr und Leitstelle. Seit September 2025 läuft eine Kamera im Testbetrieb, bis Spätsommer 2026 sollen zwei weitere Standorte und mehr Funkinfrastruktur folgen. Zusammen sollen sie rund 200 Quadratkilometer abdecken.

Konkreter Nutzen für die Praxis

Nach Angaben des Projekts bestätigten erste Tests die zuverlässige Erkennung von Rauch im Frühstadium. Das verschafft Einsatzkräften einen Zeitvorsprung. Das Konzept ist auf die Zusammenarbeit mit der Leitstelle ausgelegt, nicht auf eine reine Technikdemonstration.

Grenzen und Herausforderungen

Das System braucht Funkabdeckung durch mioty®-Basisstationen und muss in die Abläufe von Feuerwehr und Leitstelle eingebunden werden. Belastbare Zahlen zu Fehlalarmen und Erkennungsquote nennt die Projektseite nicht. Im Gebirge mit Sichtschatten und Wolken wäre das Konzept erst zu prüfen.

Ansprechpartner und weiterführende Links

Fraunhofer IML, Projektseite SmartForestFire.

Quellen: Fraunhofer IML: SmartForestFire · Fraunhofer WIOT: SmartForestFire

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